Seit 25 Jahren ...
STATTBAU:
Eine gute Erfindung
„Gäbe es Stattbau nicht, Stattbau müsste erfunden werden!“, meint Tobias Behrens, einer der Geschäftsführer von STATTBAU HAMBURG GmbH. „Unsere Aufgabe ist es, Projekte mit innovativen Wohnideen, mit besonderen sozialen Aspekten unter direkter Beteiligung der NutzerInnen umzusetzen.“ STATTBAU unterstützt seit 1985 Wohnprojekte und Baugemeinschaften, Stadtteilinitiativen und soziokulturelle Einrichtungen bei der Planung und der Umsetzung ihrer Bauvorhaben.
In den 80er Jahren ...
hat alles angefangen - mit den Kämpfen um den Erhalt der unbewohnten und zum Abriss vorgesehenen Häuser in St. Pauli, St. Georg, Ottensen und im Schanzenviertel, wie die Jägerpassage oder die Häuser in der Großen Freiheit. AnwohnerInnen, Mieterinitiativen und Projektgruppen forderten Selbstverwaltung und preiswerten Wohnraum. Für die Umsetzung solcher Projekte hatte die Stadt 1983 einen Instandsetzungstopf bereitgestellt. 1985 wurde STATTBAU nach seiner Gründung mit der Umsetzung des Altbausanierungsprogramms beauftragt. Mit viel Selbsthilfe wurden auf diese Weise über 25 Projekte mit rund 300 Wohnungen für über 700 BewohnerInnen errichtet und erhalten.
In den 90er Jahren ...
gab es kaum noch leer stehende Altbauten. Zusammen mit interessierten Projektgruppen entwickelte Stattbau Nutzungs- und Finanzierungskonzepte für den Neubau. Die Umsetzung von Projekten mit Wohngemeinschaften, Alleinerziehenden und schwulen Paaren im Rahmen der strengen Förderrichtlinien der Wohnungsbauförderung erforderte hohe Flexibilität und Argumentationskraft. Dank der Unterstützung einzelner Akteure in Politik und Verwaltung konnten zahlreiche Projekte umgesetzt werden, wie z.B. die Zeisewiesen-Bebauung in Ottensen, das Wendebecken in Barmbek und zahlreiche Projekte mit der Dachgenossenschaft Schanze eG.
... und heute
gibt es eingespielte Verfahren. Gemeinschaftliche Wohnformen werden durch die Agentur für Baugemeinschaften der Stadtentwicklungsbehörde unterstützt, Wohnungen im individuellen und genossenschaftlichen Eigentum werden gefördert und es ist politischer Wille, dass 25% der städtischen Grundstücke für Baugemeinschaften zur Verfügung gestellt werden sollen. Vielfach werden Projekte heute in größeren Zusammenhängen entwickelt, z.B. im Parkquartier Friedrichsberg oder in der ökologischen Siedlung Allmende gleich hinter der Stadtgrenze. Trotzdem dauert es immer noch lange, bis Projektgruppen an „ihr“ Grundstück kommen.
Neue Kooperationspartner
Doch die Förderung durch die Stadt ist kein Selbstgänger. „Gerade die Wichtigkeit der kleinen Strukturen gerät schnell aus dem Blick der Wohnungspolitiker“, sagt Tobias Behrens. Stattdessen wird auf Masse gesetzt und auf bewährte Player der Wohnungswirtschaft, die mit wenig Fantasie der immergleichen „3-Zimmer-geht-immer-Maxime“ folgen.
Doch es geht auch anders: einige Hamburger Wohnungsgenossenschaften entdeckten in den letzten Jahren das gemeinschaftliche Wohnen, kooperieren nun mit Hausgemeinschaften, beteiligen sie an der Planung der Grundrisse und räumen Mitspracherechte bei der Belegung frei werdender Wohnungen ein. Gut für Wohnprojekte, die den finanziellen Aufwand und den langen Weg eines selbst verwalteten Projekts nicht tragen können.
Zukunft STATTBAU: Veränderung mitgestalten
Die Arbeit bei STATTBAU hat sich verändert. Waren es früher Bauvorhaben im Altbau mit baulicher Selbsthilfe und direkter Planung mit den Nutzergruppen, so sind es heute Neubauten mit modernen Technologien zur Energie- und CO2-Einsparung in Niedrigenergie- oder Passivhäusern. Auch die Projektgruppen haben sich verändert: Junge Menschen sieht man selten, Familien sind immer dabei und zunehmend interessiert sich die ältere Generation für das Gemeinschaftliche Wohnen. Darüber hinaus ist STATTBAU in der Beratung und Entwicklung von Konzepten der Wohnungsversorgung für besonders benachteiligte Gruppen, z.B. psychisch Kranke, Obdachlose oder mit der Koordinationsstelle für Wohn-Pflege-Gemeinschaften tätig.
Die aktuellen Probleme der Stadtentwicklung zeigen uns, dass unsere Arbeit auch in Zukunft gebraucht wird.
Britta Becher
Veranstaltungshinweise:
• Fachtagung in Hamburg „Urbane Zukünfte“am 24.9.2010
• Hamburger Wohnprojekte-Tage am 25.9.2010
(Kooperation STATTBAU GmbH mit wohnbund e.V.,
Verband zur Förderung wohnpolitischer Initiativen)
Programm und weitere Informationen unter www.stattbau-hamburg.de










