Mieter Helfen Mietern Hamburger Mieterverein e.V.

Mieter Helfen Mietern Hamburger Mieterverein e.V.

Mieter Helfen Mietern Hamburger Mieterverein e.V.
Bartelsstraße 30, 20357 Hamburg, Tel. 040 - 43 13 94-0
Direkt zum Inhalt springen

BewohnerInnen wehren sich gegen Immobilienspekulation
Das letzte Holzhaus des Schanzenviertels vor dem Abriss!? , 9.12.2008

Dem denkmalschutzwürdigen Holzhaus in der Ludwigstraße 11 drohen Abriss und Neubebauung. Die siebenköpfige Hausgemeinschaft wehrt sich. Bewohner René Rakebrandt (30): „Wir fielen aus allen Wolken, als im Juli der Gerichtsvollzieher mit den Kündigungen vor der Tür stand. Wir hatten zwar schon befürchtet, dass unser kleines Holzhaus der Umstrukturierung im Schanzenviertel zum Opfer fallen könnte. Dass es nun aber wirklich nur aus Profitgründen abgerissen werden soll und wir dann auf der Straße stehen, werden wir nicht akzeptieren.“ Er ergänzt: „Mittlerweile werden im Schanzen-viertel die höchsten Mieten in Hamburg verlangt. Der Stadtteil hat genug von den Maßnahmen zur angeblichen ‚Aufwertung’ der Wohnsituation. Dieses Haus ist intakt und nun soll es einem Neubau weichen? Das werden wir nicht zulassen!“

Der bisherige Besitzer des Hauses, Herr Eggert, hat im Sommer einen Kauf-vertrag mit der Firma MEL Gesellschaft für Telematik mbH geschlossen, in dem er sich verpflichtet, das Haus miet- und pachtfrei zu übergeben. In der ersten Kündigung ist die Rede von einer angeblichen ‚Unwirtschaftlichkeit’ des Ge-bäudes – eine Argumentation, die den Weg für Abriss und Neubebauung ebnen soll. Nach der zweiten Kündigung folgte eine befristete Räumungsaufforderung, die die Anwältin der BewohnerInnen abwehren konnte. Die Hausgemeinschaft will das Haus – eventuell mit Hilfe des alternativen Sanierungsträgers Stattbau Hamburg - erhalten und dort auch künftig gemeinsam leben.

Hintergrund
Das um 1840 errichtete Holzhaus ist das letzte im Viertel verbliebene Relikt aus der Gartenhaus-Epoche. Es wurde gebaut, als die Gegend vor den Toren Hamburgs noch stark ländlich geprägt war und überstand als eines der wenigen Gebäude aus dieser Zeit mehrere Brände, darunter den Großen Brand von 1842. Das Haus hat absoluten Seltenheitswert und sollte unter Denkmalschutz gestellt werden. Mitte des 19. Jahrhunderts diente es als Pferdestall. Straßennamen wie ‚Neuer Pferdemarkt’ verweisen noch heute auf die frühere Prägung der Gegend. Später wurde das Haus zu einer Schmiede, danach zu einer Schlosserei umgebaut, bis es dann in den Besitz von Eggert überging und es als Miet- und Gewerbeeinheit sein heutiges Gesicht erhielt.
Heute wird die Ludwigstr. 11 als Mietshaus und das angrenzende Gewerbe mit der Firma „Wilhelm Eggert & Sohn“ als Fleisch- und Wurstzulieferer genutzt.
 

Hinweis: Diese Website basiert auf XHTML. Sie benutzen eine ältere Browserversion, die das Layout dieser Website auf Basis von XHTML nicht darstellen kann. Wenn Sie die Website mit Layout sehen wollen, benutzen Sie bitte eine aktuelle Browserversion.