Mieter Helfen Mietern Hamburger Mieterverein e.V.

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Ohlsdorf – Am Weißenberge:
Planungen für den neuen Stadtteil schüren Abrissängste

In Ohlsdorf direkt neben der Justizvoll­zugsanstalt soll ein neuer Stadtteil mit 450 neuen Wohnungen entstehen. Aber diese Flächen sind nicht alle leer. In den teilweise denkmalschutzwürdigen Kut­scher- und Wärterhäuschen, Einfamilienhäusern und ausgebauten Behelfs­heimen wohnen Menschen. Die Bewohner werden seit Jahren von Politik und Bezirk im Unklaren gelassen. Nur 60 Wohn­ein­heiten sollen erhalten bleiben, doch welche, dass ist den Bewohnern nicht klar. Denn Häuser werden nicht mehr instand gesetzt, leerstehende Woh­nun­gen nicht mehr vermietet; mittlerweile stehen 78 von 133 Wohnungen leer.

Viele der Wohnungen zwischen Sengel­mannstraße, Suhrenkamp, Nesselstraße und Maienweg wurden ursprünglich als Dienstwohnungen für die Vollzugs­beam­ten der JVA Fuhlsbüttel gebaut. Da die Jus­tizbehörde keine Dienstwoh­nungen mehr benötigte, wurde seit 2002 über den Ver­kauf der Dienstwoh­nungen verhandelt, vornehmlich mit SAGA GWG. Aber erst sechs Jahre später wurden 84 Wohnungen in die Verwal­tung von SAGA GWG übergeben.
Bereits im Jahre 2005 wurde damit begonnen, an dieser Stelle den neuen Stadtteil Am Weißenberge im Rahmen des Bebau­ungs­plans Ohlsdorf 26 zu entwickeln. Im Jahr 2009 wurde der städtebaulich-freiraumplanerische Ideenwett­bewerb für das Gebiet Am Weißenberge entschieden. In den Vorgaben sollte das Ensemble ‚Nesselstraße‘, die Kutscher­häuser inklusive der entzückenden Allee sowie die drei Wärterhäuser am Suhren­kamp und die beiden Gebäuden am Maien­weg erhalten werden. Bezirk und Denk­malschutzamt befürworten sogar für die Nesselstraße ein städtebaulichen Erhal­tens­gebiet nach § 172 BauGB, passiert ist das jedoch bisher noch nicht. Trotzdem sind die Bewohner der Nesselstraße sind alarmiert. Denn obwohl ihre Häuser erhalten werden sollen – die Häuser Nessel­straße 5-29 sowie 6-22 sind sogar anerkannte Denkmäler-, stehen mittlerweile schon 78 Wohnungen leer. Und was noch beunruhigender ist, Woh­nungen werden unbewohnbar gemacht, sagen An­wohner. Die Instand­set­zungen der be­wohn­ten Wohnungen sind seit langem auf ein Minimum reduziert, nur 9.000 Euro wurden 2010 dafür ausgegeben. Gemessen an dem vom Senat schon 2006 auf 20 Mio. Euro geschätzten In­stand­­setzungsstau, fragen sich Bewohner, ob dies nicht doch alles auf Abriss und Neubau hinausläuft und wie lange sie dort noch wohnen können. In der Tat ist es un­verständlich, dass weder von Seiten des Be­zirks noch von Seiten SAGA GWG etwas zum Erhalt dieser Häuser getan wird. Gilt das Wohnraumschutzgesetz nicht für ein städtisches Unternehmen? Warum werden die Wohnungen nicht befristet vermietet? Interessenten gäbe es genug!
Mit einem Baubeginn ist laut Bezirksamt Nord frühestens ab Mitte nächs­ten Jahres zu rechnen. Es wäre schön, wenn die Be­wohner endlich informiert und in die Planungen einbezogen wür­den. Oder würden Sie gerne sechs Jahre lang im Ungewissen gelassen werden?

Karin Aßmus

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