Mieter Helfen Mietern Hamburger Mieterverein e.V.

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Hamburg

Die Stadt gehört allen!

Das Manifest Hamburger Kulturschaffender ‚Not in our Name, Marke Hamburg‘ hat Furore gemacht und eine bundesweite Diskussion über die Zukunft von Städten befördert. Viele Initiativen sind scheinbar aus dem Nichts entstanden und offenbaren eine große Unzufriedenheit mit der derzeitigen Stadtentwicklung und -planung, die an den Bedürfnissen eines großen Teils seiner jungen, kreativen, aber auch armen Bevöl­kerung vorbeigeht. Stadt ist eben mehr als eine Anhäufung von Häusern. Investoren können Häuser bauen, aber kein lebendiges Gemeinwesen herstellen. Doch das wird heute verstärkt wieder eingefordert. MhM berichtet in loser Folge über den Stand einzelner Projekte.

Centro Sociale

Glückwunsch! Das Centro Sociale gewinnt den Wettbewerb um die Sternstraße 2 im Karoviertel. Im November begannen die Vertragsverhandlungen. Bleibt zu hoffen, dass man sich einigen kann. Denn die Angebote des Centro erfreuen sich bereits heute großer Beliebtheit und Nachfrage aus den umliegenden Quartieren. Wer mehr erfahren will: www.centrosociale.de

Gängeviertel

Mittlerweile ist das Gängeviertel zu einem Symbol weit über Hamburgs Grenzen hinaus geworden. Ein Symbol für eine verfehlte Stadtentwicklungspolitik, welche die Bedürfnisse ihrer Stadtbewohner ignoriert, Künstler zur Aufwertung benutzt und Denkmalschutz missachtet. Doch der Protest scheint von Erfolg gekrönt. Bahnt sich ein Umdenken an? Die Stadt hat ihr Interesse an einem Rückkauf der Gebäude bekundet. Der niederländische Investor Hanzevast, der es zunächst nicht eilig hatte, die Kaufsumme für das Areal an die Hansestadt zu zahlen und das Grundstück zu bebauen, verklagte im November die Hansestadt in zweiter Instanz. Hanzevast möchte der Stadt verbieten, neue Nutzungsverträge mit der Initiative ‚Komm in die Gänge‘ abzuschließen. Das, so die Vermutung, ist ein kalkuliertes Rückzugsmanöver mit dem Ziel, den Kaufpreis in die Höhe zu treiben. Allerdings konnte der Investor am 25.11.09 nur einen Teilerfolg erzielen. Das OLG entschied, dass die Stadt zwar keine weiteren Nutzungsverträge mit den Künstlern abschließen darf, jedoch an einer Duldung der aktuellen Nutzung nicht gehindert ist. Die Künstler bleiben also.
www.gaengeviertel.info

Große Bergstraße – Frappant – Ikea

Kommt Ikea nach Altona oder nicht? Darüber ist noch keine Entscheidung gefallen. Der Vermieter des Frappants Immotrading hingegen macht Nägel mit Köpfen. Er kündigte den Zwischennutzern kurzfristig und überraschend zum Ende November 2009. Betroffen sind 130 Künstler, ein Second Hand Kaufhaus und der Ein-Euro-Laden. Die Zwischennutzer wollen zunächst bleiben. Wo sollten sie auch so schnell eine neue Bleibe finden? Bei Re­dak­tionsschluss bahnte sich eine Alter­native an. Von der Kulturbehörde wurden 6.000 m² der Altonaer Viktoria-Polizei­kase­rne ins Gespräch gebracht. Die Künstler und anderen Nutzer sind nicht abgeneigt. Mehr unter www.frappant.org und http://keinikeainaltona.de

Neben dem Frappant in den angrenzenden Wohnhochhäusern wird dagegen bereits saniert und modernisiert. Für die Mieter keine Freude. Statt dessen geht die Angst um, die Miete nach der Modernisierung nicht mehr zahlen zu können. Denn viele der jetzigen Mieter haben wenig Geld. Lesen Sie dazu den Artikel auf Seite 7.

St.Pauli: wie geht es weiter mit dem BNQ?

Nach einem turbulenten, öffentlichen Tref­fen der Investoren Köhler & von Bargen mit der Initiative No-BNQ war das Immobilienunternehmen zu einigen Zugeständnissen bereit. Die Bestandsbewohner der Bernhard-Nocht- und Erichstraßen-Häuser bekommen u. a. in den nächsten 10 Jahren keine Mieterhöhung. Dies ist zwar gegenüber den ursprünglichen Plänen ein erster Teilerfolg, die dennoch geplanten über 70 Eigentumswohnungen werden aber die Gentrifizierung des Stadtteils weiter beschleunigen. Die Initiative hat Ende November ihre Ideen und Pläne der Öffentlichkeit, Politik und dem Bauherren bekannt gegeben. Köhler & von Bargen wollen spätestens im Januar 2010 eine Baugenehmigung auf der Bauausschuss-Sitzung erhalten. Die Spannung steigt – mehr finden Sie unter www.no-bnq.org

Karin Aßmus

Recht auf Stadt-Parade

Kurz vor Weihnachten am Freitag, den 18.12.2009, ruft das Hamburger Initiativenbündnis Recht auf Stadt zu einer als Parade geplanten Demonstration in der Hamburger Innenstadt auf. MhM unterstützt die Initiativen und ruft ebenfalls zur Teilnahme an der Parade auf. Die Demonstration trifft sich ab 16.30 Uhr an der Moorweide/Ecke Mittelweg. Um 17 Uhr startet der Zug über Stephansplatz, Gänsemarkt, Jungfernstieg und zieht mit einigen Schlenkern bis zur Abschlusskundgebung gegen 19 Uhr an den Mönckebrunnen in der Mönckebergstraße.

Weitere Informationen über www.rechtaufstadt.net

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